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Berformance: Anklage wegen Millionenbetrugs mit Kryptowährungen in Erfurt erhoben

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Es begann mit einem verlockenden Versprechen: Wer in das neue Anlagekonzept investierte, sollte innerhalb von nur drei Jahren das Dreifache seines Kapitals zurückerhalten. Renditen von 200 Prozent – möglich gemacht durch den Boom der Kryptowährungen und ein innovatives Geschäftsmodell rund um die Verpachtung von Krypto-Wechselautomaten. Tausende glaubten daran. Heute stehen vier Männer wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs in über 8.000 Fällen vor Gericht.

Der Anfang einer großen Täuschung

Die Idee klang modern, fast visionär: Automaten, mit denen Menschen weltweit Kryptowährungen tauschen konnten – betrieben von einem Netzwerk angeblicher Tech-Unternehmer mit Sitz in Deutschland, der Schweiz und Osteuropa. Investoren sollten sich mit ihrem Kapital an der Expansion beteiligen und im Gegenzug traumhafte Gewinne erhalten. Verträge wurden unterschrieben, erste Überweisungen getätigt – viele Kleinanleger investierten ihr Erspartes, einige sogar Kredite.

Was sie nicht wussten: Hinter dem vermeintlich zukunftsweisenden Modell steckte offenbar ein klassisches Schneeballsystem – ein sogenanntes Ponzi-Modell, das nur funktioniert, solange immer neue Anleger Geld in das System einzahlen. Die versprochenen Gewinne stammten nicht aus realen Erträgen, sondern aus den Einzahlungen anderer Investoren. Sobald die Zahlungsströme ins Stocken geraten, bricht das System zusammen – mit gravierenden Folgen.

Die Ermittlungen rollen an

Erste Zweifel kamen auf, als Anleger begannen, auf ihre Auszahlungen zu warten – vergeblich. Schließlich schlugen die Behörden zu: Im Juni des vergangenen Jahres durchsuchten Ermittler zeitgleich Objekte in mehreren Bundesländern sowie in der Schweiz, Österreich, Liechtenstein, Litauen und Tschechien. Sechs Personen wurden festgenommen, vier von ihnen sitzen bis heute in Untersuchungshaft.

Die Zahlen, die nun ans Licht kommen, sind erschreckend: Über 8.000 betroffene Anleger, ein Gesamtschaden von rund 127 Millionen Euro. Und im Zentrum der Ermittlungen: ein Geschäftsmann aus Erfurt, der seit Jahren im Umfeld der Kryptowährung Bitcoin aktiv sein soll. Er soll maßgeblich am Aufbau und der Koordination des Netzwerks beteiligt gewesen sein, zunächst mit Firmen in Thüringen, später über eine Holding in der Schweiz. Auch eine Firmenstruktur in Kasachstan scheint eine Rolle bei der Abwicklung der Gelder gespielt zu haben.

Ein System auf Sand gebaut

Was viele Investoren nicht bemerkten: Die Renditen, mit denen geworben wurde, waren unrealistisch. Ein derart hoher Gewinn in so kurzer Zeit ist im Bereich der Kapitalanlage kaum seriös zu erreichen – erst recht nicht bei volatilen Werten wie Kryptowährungen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gewinne von Anfang an nur auf dem Papier existierten.

Die Anklage wirft den vier Hauptbeschuldigten vor, gezielt falsche Tatsachen vorgespiegelt und in bandenmäßiger Struktur gehandelt zu haben. Die Verfahren gegen zwei weitere Verdächtige wurden inzwischen abgetrennt.

Noch viele offene Fragen

Das Verfahren steht noch am Anfang. Viele Fragen sind offen: Wohin genau floss das Geld? Gibt es weitere Hintermänner? Und wird es für die geprellten Anleger jemals eine Entschädigung geben?

Eines aber ist schon jetzt klar: Der Fall zeigt, wie gefährlich die Mischung aus moderner Technologie, undurchsichtigen Geschäftsmodellen und dem Traum vom schnellen Reichtum sein kann – und wie schnell aus einem Versprechen eine bittere Lektion wird.

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