1. Überblick und Hintergrund
Die Garbe Logimac Fonds Nr. 2 AG & Co. KG war ursprünglich ein geschlossener Publikumsinvestmentfonds mit Fokus auf Logistikimmobilien. Seit August 2020 befindet sich die Gesellschaft jedoch in Liquidation. Der Jahresabschluss 2021 wurde daher nicht mehr unter dem Prinzip der Unternehmensfortführung („Going Concern“) erstellt, sondern unter der Maßgabe einer geordneten Abwicklung und Verwertung der Vermögenswerte.
2. Finanzielle Lage – Eine kritische Betrachtung
2.1 Vermögenslage (Bilanzanalyse)
Die Bilanzsumme ist von 23,44 Mio. EUR (2020) auf 18,33 Mio. EUR (2021) gesunken, was auf die fortschreitende Liquidation und die Veräußerung von Beteiligungen zurückzuführen ist.
Wichtige Punkte auf der Aktivseite:
✔ Kaum noch Sachwerte: Alle Beteiligungen an Immobiliengesellschaften wurden im Laufe der Liquidation veräußert.
✔ Hohe Liquidität: 14,79 Mio. EUR Bankguthaben (ca. 81 % der Bilanzsumme).
✔ Forderungen an Gesellschafter: 624 TEUR, was ein gewisses Risiko birgt, falls diese nicht vollständig einbringbar sind.
Passivseite:
✔ Eigenkapital weiterhin positiv: 15,44 Mio. EUR, jedoch um 554 TEUR gesunken.
✔ Deutlicher Schuldenabbau:
- 2020: 5,6 Mio. EUR Verbindlichkeiten
- 2021: Nur noch 1,4 Mio. EUR
✔ Abfindungsverpflichtungen gegenüber Anlegern: 1,13 Mio. EUR
➡ Bewertung:
Die finanzielle Lage ist grundsätzlich solide, da das Unternehmen über hohe Liquidität verfügt und seine Verbindlichkeiten weitgehend abbaut. Die wesentliche Herausforderung besteht jedoch darin, ob die liquiden Mittel für die abschließenden Auskehrungen an die Anleger ausreichen.
2.2 Ertragslage (Gewinn- und Verlustrechnung)
Das Geschäftsjahr 2021 endete mit einem Verlust von -554 TEUR (2020: -212 TEUR).
📌 Erträge:
❌ Keinerlei Erträge aus Immobilien (Vorjahr: 2,72 Mio. EUR).
✔ Sonstige Erträge von 240 TEUR, hauptsächlich aus der Anwachsung ehemaliger Beteiligungen.
✔ Minimale Zinserträge von 7 TEUR.
📌 Aufwendungen:
✔ Verwaltungsgebühren gesenkt (137 TEUR vs. 298 TEUR im Vorjahr).
✔ Prüfungs- und Veröffentlichungskosten gestiegen (39 TEUR vs. 1 TEUR).
✔ Sonstige Aufwendungen (Rechts- und Liquidationskosten) weiterhin hoch: 606 TEUR.
➡ Bewertung:
❌ Fehlende Einnahmen aus Sachwerten machen das Unternehmen vollständig abhängig von der Verwertung der verbleibenden liquiden Mittel.
✔ Kostenmanagement zeigt Fortschritte, aber die Liquidationskosten belasten weiterhin das Ergebnis.
3. Liquidationsprozess – Chancen und Risiken
📌 Positive Faktoren:
✔ Hohe Bankguthaben ermöglichen voraussichtlich weitere Ausschüttungen an Anleger.
✔ Abbau der Verbindlichkeiten reduziert laufende Kosten.
✔ Kein Kreditrisiko mehr, da keine Darlehen vorhanden sind.
📌 Risiken:
❌ Höhe der verbleibenden Liquidationskosten (aktuell 1,52 Mio. EUR) ist schwer kalkulierbar.
❌ Abfindungsverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Anlegern (1,13 Mio. EUR) müssen noch erfüllt werden.
❌ Eventuelle Steuernachzahlungen oder ungeplante Kosten könnten die Liquidität weiter schmälern.
➡ Bewertung:
Die Liquidation läuft planmäßig, allerdings könnte es zu Verzögerungen oder unerwarteten Zusatzkosten kommen. Anleger sollten sich darauf einstellen, dass nicht der gesamte noch vorhandene Buchwert als Ausschüttung zur Verfügung stehen wird.
4. Fazit – Ein Fonds auf der Zielgeraden, aber mit Unsicherheiten
4.1 Zusammenfassung
✔ Fortschrittliche Liquidation: Die Gesellschaft hat den größten Teil ihrer Vermögenswerte bereits verwertet.
✔ Hohe Liquidität: Die verbleibenden Mittel sollten ausreichen, um den Fonds abzuwickeln.
✔ Schuldenabbau positiv: Keine Darlehen oder langfristigen Verbindlichkeiten mehr.
❌ Erhebliche Verluste im Vergleich zum Vorjahr aufgrund ausbleibender Immobilienerträge.
❌ Verbleibende Unsicherheiten bei Liquidationskosten und Abfindungsverpflichtungen.
❌ Anleger erhalten voraussichtlich weniger als den ursprünglichen Einlagewert zurück.
4.2 Empfehlung für Anleger
📌 Realistische Erwartungen setzen: Der Nettoinventarwert ist auf 92,33 EUR pro Anteil gesunken.
📌 Abwarten bis zur endgültigen Ausschüttung: Die Liquidation soll 2024 abgeschlossen sein.
📌 Kein neues Investment möglich: Da der Fonds in Abwicklung ist, gibt es keine Nachkaufmöglichkeit.
➡ Fazit: Anleger sollten die Liquidation weiterhin beobachten, aber nicht mit einer vollständigen Rückzahlung ihrer ursprünglichen Einlage rechnen. Das größte Risiko bleibt, dass unerwartete Kosten die verbleibenden Ausschüttungen weiter schmälern könnten.
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