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„MiCAR macht den Kryptomarkt sicherer – aber nicht risikofrei“

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Interview mit Rechtsanwalt Michael Iwanow über die neuen EU-Regeln für Kryptowerte

Die neuen EU-Regeln für Kryptowerte, bekannt als MiCAR („Markets in Crypto-Assets Regulation“), sind seit Jahresbeginn in Kraft. Sie sollen Kryptobörsen, Wallet-Anbieter und andere Kryptodienstleister regulieren und für mehr Sicherheit und Transparenz im Markt sorgen. Doch was bedeutet das konkret für Verbraucherinnen und Verbraucher, die in Bitcoin & Co. investieren? Wir sprechen mit dem Finanzrechtsexperten Rechtsanwalt Michael Iwanow über die wichtigsten Neuerungen.

Herr Iwanow, was genau regelt MiCAR und warum ist diese Verordnung so wichtig?

Michael Iwanow: MiCAR ist die erste umfassende EU-weite Regulierung für den Kryptomarkt. Bisher gab es in vielen Ländern unterschiedliche Gesetze, was zu Regulierungsarbitrage geführt hat – also dazu, dass Unternehmen sich bewusst Standorte mit laxeren Vorschriften gesucht haben. Jetzt gelten einheitliche Regeln für alle EU-Mitgliedsstaaten.

Konkret bedeutet das: Kryptobörsen und Wallet-Anbieter brauchen eine Lizenz, um legal in der EU zu arbeiten. Es gibt strenge Sicherheitsanforderungen für die Verwahrung von Kryptowerten und neue Verbraucherschutzmaßnahmen, etwa klare Beschwerdeverfahren und Transparenzpflichten für neue Token-Projekte.

Was bedeutet das für private Anlegerinnen und Anleger?

Iwanow: Für Verbraucher bringt MiCAR mehr Sicherheit und Transparenz, aber es schützt sie nicht vor allen Risiken.

Positiv ist:
Lizenzpflicht für Anbieter – Man kann auf der Website der Finanzmarktaufsicht (FMA) prüfen, ob ein Kryptodienstleister legitim und zugelassen ist.
Mehr Schutz vor Betrug – Regeln gegen Pump-and-Dump-Manipulationen verhindern, dass Investoren durch künstlich aufgeblasene Kurse getäuscht werden.
Pflicht zur Offenlegung von Informationen – Wer neue Kryptowährungen auf den Markt bringt, muss ein Whitepaper mit allen relevanten Details veröffentlichen.

Aber:
⚠️ Krypto bleibt spekulativ – Auch mit Regulierung bleiben Kurse volatil, und es gibt keine Einlagensicherung wie bei Banken.
⚠️ Nicht alle Plattformen halten sich an die Regeln – Wer auf außerhalb der EU ansässige Börsen setzt, hat möglicherweise keinen Schutz durch MiCAR.

Worauf sollten Anlegerinnen und Anleger besonders achten?

Iwanow: Mein wichtigster Tipp: Immer die Lizenz eines Anbieters prüfen! Die FMA und andere europäische Aufsichtsbehörden haben Online-Datenbanken, in denen man legale Kryptobörsen und Wallet-Anbieter findet. Wenn ein Anbieter keine MiCAR-Lizenz hat, Finger weg!

Außerdem gilt:

  • Nicht von unrealistischen Renditen blenden lassen.
  • Achtung bei neuen Kryptowährungen: Ein Whitepaper ist zwar Pflicht, aber es garantiert noch keine Seriosität.
  • Eigene Coins sicher verwahren: Kryptobörsen sind praktisch, aber für größere Beträge empfehle ich ein eigenes Hardware-Wallet.

Was passiert mit Krypto-Anbietern, die sich nicht an MiCAR halten?

Iwanow: Wer ohne Lizenz arbeitet oder gegen die MiCAR-Vorgaben verstößt, muss mit hohen Geldstrafen und Sanktionen rechnen. Die Behörden können Plattformen sperren oder Geschäftsverbote aussprechen.

Das ist ein echter Fortschritt, weil es in der Vergangenheit viele dubiose Anbieter gab, die ohne klare Regeln agieren konnten. Mit MiCAR ist das jetzt vorbei – zumindest in der EU.

Ihr Fazit: Wie verändert MiCAR den Kryptomarkt?

Iwanow: MiCAR ist ein Gamechanger. Die Regulierung bringt mehr Sicherheit und Transparenz, was langfristig das Vertrauen in Kryptowährungen stärken wird. Aber: Regulierung bedeutet nicht Risikofreiheit!

Krypto bleibt eine spekulative Anlageklasse. Wer investieren will, sollte sich gut informieren, nur seriöse Plattformen nutzen und nie mehr Geld investieren, als er oder sie bereit ist zu verlieren.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Iwanow!

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