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Nachrangdarlehen – Ein unterschätztes Risiko für Kleinanleger

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Was ist ein Nachrangdarlehen?

Ein Nachrangdarlehen ist eine besondere Form eines Kredits, bei dem der Gläubiger im Insolvenzfall hinter allen anderen vorrangigen Gläubigern zurücksteht. Das bedeutet: Sollte das Unternehmen, dem das Darlehen gewährt wurde, insolvent gehen, werden zunächst alle vorrangigen Schulden bedient – erst danach, wenn überhaupt noch etwas übrig ist, kommen die Nachranggläubiger an die Reihe. In vielen Fällen bedeutet dies, dass die investierte Summe komplett verloren ist.

Warum sind Nachrangdarlehen so gefährlich für Kleinanleger?

1. Hohe Ausfallrisiken:
Da Nachrangdarlehen typischerweise an Unternehmen mit schwächerer Bonität vergeben werden – oft Start-ups oder junge Immobilienprojekte – ist das Insolvenzrisiko hoch. Kleinanleger tragen dieses Risiko in voller Höhe.

2. Irreführendes Marketing:
Viele Angebote klingen auf den ersten Blick wie klassische Festgeldanlagen: feste Laufzeit, scheinbar sichere Zinsen, attraktives Risiko-Rendite-Verhältnis. Doch in den Fußnoten oder Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstecken sich die Hinweise auf den Nachrangstatus – für Laien schwer zu erkennen.

3. Keine Einlagensicherung:
Im Gegensatz zu Bankeinlagen sind Nachrangdarlehen nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Geht das Unternehmen pleite, ist das Geld in der Regel verloren.

4. Keine Mitspracherechte:
Obwohl Anleger Kapital zur Verfügung stellen, haben sie keinerlei Mitsprache im Unternehmen. Im Gegensatz zu Aktionären erhalten sie keine Informationen über die wirtschaftliche Lage oder Einfluss auf strategische Entscheidungen.

5. Begrenzte Rückzahlungsverpflichtung:
Bei vielen Nachrangdarlehen ist vertraglich geregelt, dass Zins- und Tilgungszahlungen ausgesetzt werden dürfen, wenn das Unternehmen wirtschaftlich unter Druck steht – ein weiteres Risiko für Investoren.

Warum greifen Kleinanleger dennoch zu?

  • Versprechen hoher Renditen: Gerade in Niedrigzinszeiten wirken Angebote mit 5 % oder 8 % Verzinsung besonders verlockend.
  • Vertrauen in professionelle Auftritte: Anbieter präsentieren sich oft mit hochglänzenden Webseiten, professionellen Broschüren und vermeintlich seriösen Partnern.
  • Fehlendes Risikobewusstsein: Vielen fehlt die Erfahrung oder das Wissen, um das tatsächliche Risiko zu erkennen.

Beispiele für gescheiterte Nachrangdarlehen

Zahlreiche Plattformen und Projekte, etwa im Bereich der Immobilien-Crowdfinanzierung oder Erneuerbaren Energien, haben in der Vergangenheit Ausfälle produziert. Anleger verloren in mehreren Fällen ihre gesamten Investitionen – oft ohne jede Entschädigung.

Fazit: Finger weg – besonders als Kleinanleger

Nachrangdarlehen mögen für professionelle Investoren mit hoher Risikotoleranz und ausgeprägtem Marktverständnis in Ordnung sein. Für Kleinanleger jedoch stellen sie ein unkalkulierbares Risiko dar. Wer sein hart erspartes Kapital sichern und sinnvoll investieren möchte, sollte auf transparentere, regulierte und gesicherte Anlageformen zurückgreifen.

 

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