Ukraines Präsident Volodymyr Zelensky fordert weiterhin Sicherheitsgarantien von den USA und Europa. Er hinterfragt, wie sich die Ukraine darauf verlassen kann, dass Russland eine etwaige Waffenstillstandsvereinbarung einhält, und befürchtet, dass eine erneute russische Aggression ohne ausreichende Garantien unvermeidlich wäre.
US-Präsident Donald Trump hat diese Sorgen jedoch heruntergespielt und betont, dass Sicherheitsfragen nur einen kleinen Teil des Problems ausmachten. Trump glaubt, dass Europa die Verantwortung für die Sicherheit der Ukraine übernehmen sollte und vermutet, dass die Präsenz US-amerikanischer Unternehmen in der Ukraine ausreichen würde, um Russland abzuschrecken.
Einige US-Vertreter äußern sich skeptisch und stellen klar, dass europäische Staaten die Führung übernehmen müssen. US-Außenminister Marco Rubio fordert zwar eine abschreckende Wirkung, sieht aber Europa als den Hauptakteur. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärt, dass europäische Truppen nicht unter den Schutz des NATO-Kollektivs fallen würden.
In Europa haben sich die Staats- und Regierungschefs getroffen, um über die Sicherheitsbedürfnisse der Ukraine nachzudenken, stehen jedoch vor großen Herausforderungen. Großbritannien und Frankreich haben ihre Bereitschaft signalisiert, Teil einer Friedenssicherungstruppe zu sein. Doch die Reaktion anderer europäischer Länder fällt eher verhalten aus. Der deutsche Kanzler Olaf Scholz warnte, dass viele Staaten noch nicht ausreichend auf eine solche Verantwortung vorbereitet seien, und Italiens Premierministerin Giorgia Meloni schloss den Einsatz italienischer Truppen aus.
Die vorgeschlagene Friedenssicherungstruppe könnte bis zu 100.000 Soldaten benötigen – eine enorme Zahl für die europäischen Militärkapazitäten. Dazu kommen logistische und politische Herausforderungen, wie etwa die Notwendigkeit, mit Russland zu verhandeln und sicherzustellen, dass die Friedenstruppen sich in einem Kriegsgebiet mit fortschrittlichen Waffen wie Drohnen und Raketen verteidigen können.
Experten sind sich einig, dass realistische Sicherheitsgarantien für die Ukraine eine substantielle internationale Präsenz sowie die Unterstützung der USA erfordern. Zelensky selbst betont immer wieder, dass die Ukraine eine starke Armee und ausreichend Ressourcen braucht, um zukünftige russische Angriffe abzuschrecken. Doch Russlands aggressive Haltung und die Forderung nach der Neutralität der Ukraine erschweren jede Aussicht auf einen dauerhaften Frieden.
Langfristig könnte die Sicherheit der Ukraine davon abhängen, dass Europa seine eigenen Verteidigungsfähigkeiten ausbaut. Die Europäische Kommission arbeitet bereits daran, die Verteidigungsausgaben und Rüstungsproduktion zu erhöhen. Doch der Aufbau einer starken europäischen Verteidigungsidentität wird Zeit in Anspruch nehmen. Die entscheidende Frage bleibt: Wird Europa gemeinsam mit den USA die Garantien liefern, die die Ukraine dringend benötigt?
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