Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor einem weiteren Fall mutmaßlichen Anlagebetrugs unter Nutzung eines Identitätsmissbrauchs. Im Fokus stehen dabei WhatsApp-Gruppen, die angeblich im Namen der FPM Frankfurt Performance Management AG betrieben werden, sowie die in diesem Zusammenhang beworbene App „FPM MIN“.
Nach Erkenntnissen der BaFin werden Verbraucherinnen und Verbraucher in diesen Gruppen gezielt dazu bewegt, erhebliche Geldbeträge zu investieren und die App herunterzuladen. Wie so oft in vergleichbaren Fällen wird dabei offenbar mit dem Anschein von Seriosität gearbeitet – unter Verwendung eines real existierenden Unternehmensnamens und einer namentlich genannten Person.
Missbrauch des Namens der FPM Frankfurt Performance Management AG
Besonders deutlich ist die Lage laut BaFin in einem entscheidenden Punkt:
Zwischen den fraglichen WhatsApp-Gruppen, den dort verbreiteten Anlageangeboten und der FPM Frankfurt Performance Management AG besteht keinerlei Zusammenhang.
Auch die Behauptung, die Gruppen würden von einer Person geleitet, die sich „Professor Raik Hoffmann“ nennt, ist nach Angaben der Finanzaufsicht irreführend. Die BaFin stellt klar, dass kein Bezug zu der tatsächlichen Gesellschaft oder zu deren echtem Vorstandsmitglied Raik Hoffmann besteht.
Mit anderen Worten: Hier wird offenbar gezielt versucht, unter dem Deckmantel eines realen Unternehmens Vertrauen zu erzeugen und Anleger zu Einzahlungen zu bewegen.
Klassisches Betrugsmuster mit Messenger-Gruppen
Der Fall zeigt erneut ein inzwischen bekanntes Muster im Bereich des digitalen Kapitalanlagebetrugs. Täter nutzen:
- bekannte oder real existierende Firmennamen,
- namentlich genannte reale Personen,
- geschlossene Messenger-Gruppen mit vermeintlichen „Experten“,
- psychologischen Gruppendruck,
- und eigens beworbene Apps oder Plattformen.
Gerade WhatsApp-Gruppen gelten dabei zunehmend als gefährliches Instrument. Dort werden vermeintliche „Erfolgsgeschichten“, angebliche Kursgewinne und scheinbar professionelle Anweisungen verbreitet, um Vertrauen aufzubauen und Anleger zu weiteren Einzahlungen zu verleiten.
App „FPM MIN“ als Teil des Problems
Im aktuellen Fall spielt offenbar auch die App „FPM MIN“ eine zentrale Rolle. Nutzer sollen diese herunterladen, um angeblich Investitionen zu tätigen oder Kontostände einzusehen. Solche Apps dienen in vergleichbaren Konstellationen häufig dazu, Scheingewinne anzuzeigen, Einzahlungen zu verschleiern oder eine nicht existente Handelsumgebung vorzutäuschen.
Für Anleger gilt deshalb:
Wer über Messenger-Dienste zu Finanzanlagen gedrängt wird und gleichzeitig eine unbekannte App installieren soll, sollte höchste Vorsicht walten lassen.
BaFin bestätigt: Es handelt sich um Identitätsmissbrauch
Die BaFin macht unmissverständlich deutlich, dass es sich hier um einen Identitätsmissbrauch handelt. Das bedeutet: Ein reales Unternehmen und reale Namen werden missbräuchlich verwendet, um gegenüber potenziellen Anlegern Seriosität vorzutäuschen.
Solche Fälle sind besonders perfide, weil selbst vorsichtige Verbraucher auf den ersten Blick den Eindruck gewinnen können, es handele sich um ein legitimes Angebot eines regulären Marktteilnehmers.
Unsere Einschätzung
Der aktuelle Vorgang ist ein weiteres Beispiel dafür, wie professionell und aggressiv Täter inzwischen im Bereich des Online-Anlagebetrugs vorgehen. Die Kombination aus:
- realem Firmennamen,
- prominenter Personenansprache,
- WhatsApp-Kommunikation,
- psychologischer Einflussnahme in Gruppen,
- und einer scheinbar technischen Lösung über eine App
ist kein Zufall, sondern ein typisches Setup moderner Betrugsstrukturen.
Besonders problematisch: Viele Betroffene erkennen den Betrug erst dann, wenn Auszahlungen verweigert werden, weitere Einzahlungen verlangt werden oder der Kontakt abrupt abbricht.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Wer bereits Kontakt zu solchen Gruppen hatte oder die App FPM MIN installiert hat, sollte umgehend handeln:
- keine weiteren Zahlungen leisten,
- keine Fernzugriffe zulassen,
- App-Nutzung sofort beenden,
- Chatverläufe, Telefonnummern und Zahlungsbelege sichern,
- Bank oder Zahlungsdienstleister sofort informieren,
- bei bereits erfolgten Zahlungen Strafanzeige erstatten.
Fazit
Die BaFin warnt zu Recht vor den angeblichen Anlageangeboten in WhatsApp-Gruppen und vor der App „FPM MIN“. Nach Angaben der Behörde besteht kein Zusammenhang mit der FPM Frankfurt Performance Management AG oder ihrem tatsächlichen Vorstandsmitglied Raik Hoffmann.
Für Verbraucher ist die Botschaft eindeutig:
Finger weg von Anlageangeboten, die über Messenger-Gruppen verbreitet werden und mit realen Firmennamen oder Personen operieren, ohne dass eine zweifelsfreie Verifikation möglich ist.
Leave a comment